Was eine Neuropsychologin unter einer Gewichtsdecke beobachtet
Die Neuropsychologin Jolanda Snel behandelt in ihrer Praxis Menschen, die Schwierigkeiten mit der Reizverarbeitung haben. Die Gewichtsdecke ist eines der Hilfsmittel, die sie dabei einsetzt. Das Brabants Dagblad hat mit ihr darüber gesprochen, und ihre Geschichte deckt sich eng mit dem, was wir täglich von Kunden hören.
Im Folgenden erklären wir, was im Körper passiert, für wen sie geeignet ist und wie du das richtige Gewicht wählst. Das vollständige Interview liest du bei der Quelle: Brabants Dagblad.
Aus der Praxis
„Man sieht, wie sie sich entspannen, wenn man ihnen eine solche Decke überlegt.“
Jolanda Snel, Neuropsychologin — im Brabants DagbladSnel beschreibt in diesem Interview, wie sie die Wirkung bei älteren Menschen mit Demenz beobachtet, bei denen die Reizverarbeitung gestört sein kann. Sie suchen selbst Druck, indem sie ihre Muskeln anspannen, und liegen dadurch gerade angespannt im Bett. Der gleichmäßige Druck einer Decke nimmt ihnen diese Suche ab.
Sie verwendet den Begriff Neurodiversität: Gehirne, die anders funktionieren als der Durchschnitt. Dazu zählen ADHS, Autismus sowie Angst- und Schlafstörungen. Genau bei diesen Gruppen wird Tiefendruck am intensivsten untersucht.
Was passiert in deinem Körper?
Der Wirkmechanismus heißt Tiefendruckstimulation. Die Decke verteilt das Gewicht gleichmäßig über deinen Körper, ähnlich wie eine feste, anhaltende Umarmung. Dein Nervensystem deutet dieses Signal als Sicherheit.
Serotonin steigt
Das Hormon, das für Ruhe und eine stabile Stimmung sorgt.
Melatonin steigt
Das Schlafhormon, das deinem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Einschlafen ist.
Cortisol sinkt
Weniger Stresshormon bedeutet weniger Unruhe und weniger Grübeln zum falschen Zeitpunkt.
Warum du dich darin buchstäblich wohler fühlst
Neben der hormonellen Wirkung spielt die Propriozeption eine Rolle: der Sinn, der registriert, wo sich deine Körperteile befinden und wie viel Kraft und Druck auf ihnen lastet. Dieser Sinn ist entscheidend für dein Gleichgewicht und deine Motorik. Funktioniert er weniger gut, fühlt sich dein Körper unklar und schwer greifbar an.
Tiefer Druck liefert diesem Sinnesorgan klare, konstante Informationen. Aus demselben Grund drücken sich Kinder manchmal gegen etwas Hartes oder kriechen unter das Sofa: Sie suchen Druck, um zur Ruhe zu kommen. Eine Gewichtsdecke bietet diesen Druck auf kontrollierte Weise.
Welches Gewicht wählst du?
Als Faustregel gilt 10 bis 15 % deines Körpergewichts. Ist sie zu leicht, spürst du die Wirkung kaum; ist sie zu schwer, wirkt die Decke einengend statt beruhigend. Wichtiger als die Größe deines Bettes ist, dass die Decke deinen Körper bedeckt, nicht über den Rand hängt und du selbst darunter hervorkommen kannst.
Für Kinder
2,4 – 3,6 kg2,4 kg bei einem Körpergewicht von 15 bis 25 kg, 3,6 kg bei 25 bis 40 kg. Wir empfehlen Gewichtsdecken für Kinder ab 3 Jahren (etwa 15 kg), damit dein Kind die Decke selbst entfernen kann.
Für Erwachsene
5 – 9 kgErhältlich in 5, 7 und 9 kg sowie in 135 x 200 und 150 x 200 cm. Wähle nach Körpergewicht, nicht nach Bettgröße.
Wann verwendest du sie?
Eine Gewichtsdecke ist nicht nur für die Nacht geeignet. Wenn du mit vollem Kopf von der Arbeit nach Hause kommst, können bereits zwanzig Minuten auf dem Sofa helfen. Abends im Bett ist die Wirkung am stärksten, wenn du auf dem Rücken liegst: Dann kommt auch dein Gleichgewichtssystem zur Ruhe.
Für das beste Ergebnis verwendest du die Gewichtsdecke separat und nicht über deiner Bettdecke. Lies auch unsere Artikel über Gewichtsdecken bei Autismus und bei ADHS.
Häufig gestellte Fragen
Was sagt die Neuropsychologin Jolanda Snel über Gewichtsdecken?
Sie setzt sie in ihrer Praxis bei Menschen mit Stress, Reizüberflutung, Schlafproblemen und Neurodiversität wie ADHS und Autismus ein. Der tiefe Druck vermittelt ihrer Meinung nach ein geborgenes und sicheres Gefühl.
Wie wirkt eine Gewichtsdecke psychologisch?
Die Decke aktiviert den propriozeptiven Sinn, der Körperbewusstsein, Gleichgewicht und Motorik steuert. Gleichzeitig sinkt das Stresshormon Cortisol, und die Produktion von Serotonin und Melatonin steigt.
Für wen ist eine Gewichtsdecke geeignet?
Für Kinder und Erwachsene mit Problemen bei der Reizverarbeitung, Ängsten, Schlaflosigkeit oder Autismus sowie für alle, die abends nur schwer zur Ruhe kommen.
Wie schwer sollte eine Gewichtsdecke sein?
Rechne mit 10 bis 15 % des Körpergewichts. Für Kinder bedeutet das 2,4 kg bei einem Körpergewicht von 15 bis 25 kg und 3,6 kg bei 25 bis 40 kg.
Wann verwendest du eine Gewichtsdecke am besten?
Tagsüber zur Erholung von einem anstrengenden Tag oder abends im Bett. Im Liegen ist die Wirkung auf Entspannung und Schlafqualität am stärksten.
Selbst erleben, was tiefer Druck bewirkt?
Kostenloser Versand und 30 Nächte Probeschlafen.
Eine Gewichtsdecke ersetzt keine professionelle Hilfe. Bei Kindern unter 5 Jahren oder körperlichen Einschränkungen solltest du dich mit einem Ergotherapeuten oder Kinderarzt beraten. Das Interview mit Jolanda Snel erschien im Brabants Dagblad.
